Wassergewinnung und Grundwasserschutz

     

Vom Verband wurden die von den Gemeinden bis zur Verbandsgründung genutzten Quellfassungen weiter aufrecht erhalten, wozu die Mitgliedsgemeinden des ZWA ihre bestehenden Wasserrechte auf den Verband übertragen haben. Zusätzlich wurden vom Verband die Quellen aus dem „Lohrgrund“ und „Schwarzkopf- Altborn“ beigeleitet, sowie bei Hain (Falkenberg-Bisberg) 5 Quellen und bei Waldaschaff (Kleinaschaff) 3 Quellen neu gefasst. Aus technischen Gründen werden die Laufacher Quellen im Kreuzgrund zurzeit nicht genutzt, jedoch in Reserve gehalten.

Dem ZWA stehen somit zur Trinkwassergewinnung zurzeit 42 gefasste Quellen im Sandsteingebiet des Spessarts zur Verfügung.

Lohrgrund   7 Quellen
Schwarzkopf-Altborn   7 Quellen
Hain: Falkenberg / Bisberg   5 Quellen
Waldaschaff:    
     Autenborn   6 Quellen
     Mittletal   1 Quelle
     Kleinaschaff   3 Quellen
Waldmichelbach   6 Quellen
Straßbessenbach   3 Quellen
Oberbessenbach   2 Quellen
Sailauf   2 Quellen
     
zur Zeit am Netz:   42 Quellen
 

Die niedrigste gesamte Mindestschüttung der Quellen wurde in den letzten 6 Jahren mit 70 l/s = 252 m³ / h = 6.048 m³ / Tag gemessen. Diese Menge entspricht dem mittleren Tagesbedarf der Mitgliedsgemeinden. An Tagen mit Höchstverbrauch ist eine zusätzliche Förderung notwendig, die zukünftig aus eigenen Brunnen erfolgen soll. Bis dahin ist der Fehlbedarf von der Aschaffenburger Versorgungs- GmbH (AVG) zu beziehen. Zur Sicherung des zukünftigen Wasserbedarfes könnten bei steigendem Bedarf die 7 Quellen in Laufach saniert und wieder genutzt werden.

 

Einstieg Quelle

Einstieg Quelle 1 im Lohrgrund (früher Bundesbahnquelle)
nach erfolgter Neufassung

Quelleinlauf

Quelleneinlauf im Sammelschacht

 
Schema Bergprofil

Schematisches Bergprofil mit Entstehung einer Quelle im Spessart

 

Neufassung Quelle

Neufassung der Quelle 4 am Schwarzkopf (1975) vor der Wiederverfüllung der Schürf- und Baugrube

 

Schema Quellfassung

Schematischer Schnitt durch eine Quellfassung

Beschaffenheit des gewonnenen Quell- und Brunnenwassers

Die Beschaffenheit der gewonnenen Quell- und Brunnenwässer (vor der Aufbereitung als Rohwasser bezeichnet) wird in erster Linie durch ihren Ursprung im „Sandsteingebiet des Spessarts“ beeinflusst. Das Grundwasser des ZWA ist an seinen Ursprungsorten(Quellfassungen und Brunnen) farblos, klar, kühl und frei von fremdartigem Geschmack und Geruch. Aufgrund dieser Eigenschaften und des appetitlichen Herkommens sind die Anforderungen an Trinkwasser nach DIN 2000 erfüllt. Durch die oberflächennahen Austritte der Quellen erfahren die Niederschlagswässer nur geringe Bodenpassagen durch den anstehenden klüftigen Sandsteinen. Karbonatgesteine sind im Spessart nur wenig verbreitet. Daher ist das Wasser sehr weich, beinhaltet aggressive Kohlensäure und ist arm an Inhaltsstoffen wie Calcium und anderen Mineralien. Der pH-Wert liegt unter 6,5. Die Grenzwerte für chemische Inhaltsstoffe, welche nach der TrinkwV vom 01.01.2003 vorgeschrieben sind, werden im geförderten Rohwasser weit unterschritten. Erfreulich ist der sehr geringe Nitratgehalt von lediglich 3,5 bis 6,5 mg/l. Nach der TrinkwV beträgt der Grenzwert 50 mg/l. Halogenierte Kohlenwasserstoffe sind nicht festzustellen.

     

Wassergewinnung aus Bohrbrunnen:

In Ergänzung zu der Wassergewinnung aus den Quellen wurden im Rahmen des umfangreichen Erkundungsprogramms des ZWA für die Neuerschließung von Grundwasservorkommen Versuchsbohrungen niedergebracht und Pumpversuche durchgeführt. Aufgrund der erfolgreichen Versuchsbohrungen mit Pumpversuchen im Oberlohrgrund wurden die beiden Brunnen „L1“ und „L2“ ausgebaut. Der Brunnen „L1“ dient hauptsächlich zur Versorgung der Gemeinde Heinrichsthal. Bei Bedarf kann vom ZWA Zusatzwasser aus dem Brunnen „L2“ geliefert werden. Im Bereich Oberbessenbach sind die beiden Brunnenbohrungen „B1“ und „B2“ im Jahr 2007 zur Ausführung vorgesehen.In Waldaschaff besteht die Möglichkeit, zwei weitere erfolgreiche Probebohrungen zu Brunnen auszubauen.

Brunnenkopf

Brunnenkopf "Brunnen L 1 im Lohgrund" mit einem verschiebbaren Fertigteil, welches auf dem Bild für Wartungsarbeiten geöffnet ist.

Grundwasserschutz

Zum Schutz der Quell- und Brunnenwässer sind ausreichend große Schutzgebiete ausgewiesen, in denen die Flächennutzungen eingeschränkt sind (Schutzgebietsverordnung).

Der ZWA hat den Vorteil, dass seine Schutzgebiete überwiegend im Bayerischen Staatsforst liegen und somit bei forstgerechter Bewirtschaftung kaum Belastungen bzw. Beeinträchtigungen vorkommen. Die Wasserschutzgebiete, die Anlagen zur Wassergewinnung und die zur Förderung genutzten Quell- bzw. Brunnenwässer werden nach den Vorschriften der Eigenüberwachungsverordnung (EÜV) vom 01.01.1996 regelmäßig überwacht.

 

 

Schema Brunnenprofil

Schematisches Brunnenprofil des Brunnen „L2“ im Ober-Lohrgrund

     

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