Nach der Verbandssatzung endet die Zuständigkeit des ZWA an den Übergabebauwerken. Hier beginnt die Verantwortlichkeit der Mitgliedsgemeinden, für die eigenen Ortsnetze, die bis zu den Hauswasserzählern der Einzelverbraucher reicht.
Vor Aufnahme der Wasserlieferungen durch den ZWA gelangte durch die Einzelversorgungen in alle Ortsnetze mehr oder weniger entsäuertes Quellwasser. Eine Korrektur des pH-Wertes auf den Gleichgewichts-pH-Wert von 8,8 bis 9,2, wie er bei den vorhandenen Quellwässern erforderlich ist, wurde von keiner Gemeinde vorgenommen.
In verschiedenen Gemeinden (Hain, Laufach, Sailauf und Waldaschaff) wurde das Quellwasser ohne jegliche Vorbehandlung direkt in die Ortsnetze geleitet.
Diese jahrzehntelange Betriebsweise musste zwangsläufig, zu starkem "Rosten" und "Inkrustieren" der Rohrleitungen führen. Dies hat sich bei aufgetretenen Rohrbrüchen immer wieder bestätigt. Bei den ausgebauten Rohrstücken wurde festgestellt, dass sich fast der gesamte Durchflussquerschnitt zugesetzt hatte.
Infolge der Inkrustierungen in den örtlichen Versorgungsnetzen wird die Güte des Wassers durch die Aufnahme von Korrosionsprodukten (Eisen, Zink, Kupfer und Blei) beeinträchtigt. Dies ist durch den Vergleich der Wasseranalysen der Reinwässer am Ablauf der Aufbereitungsanlagen mit denen des entnommenen Wassers aus den Ortsnetzen belegt.
Beim Verästelungssytem der Ortsnetze bzw. bei allen Endsträngen, in denen das Wasser längere Zeit stagniert oder in Leitungen, die nur mit geringer Geschwindigkeit durchflossen werden, wird die Beschaffenheit des Trinkwassers außer den vorgenannten Erscheinungen zusätzlich durch die Sauerstoffzehrung nachteilig beeinflusst. Die Sauerstoffzehrung trägt dazu bei, dass die Bildung einer Schutzschicht im Rohr verhindert wird bzw. nur mangelhaft entsteht. Vermehrte Eisenlösungen durch Korrosion, Rosttrübung und das Ansteigen der Koloniezahl - Keimvermehrungen im Wasser sind in diesen Rohrsträngen die unausweichlichen Folgen.
Von den Verbrauchern wird als Folgeerscheinung der Austritt von rosttrübem Wasser registriert. Durch die vermaschten Ringnetze gelangt dieses rottrübe Wasser auch in die Leitungsstränge der neueren Baugebiete, die aus PVC oder sonstigen nichtrostenden Materialien bestehen. In Endsträngen - ohne Durchfluss - wirken sich diese Erscheinungen naturgemäß am stärksten aus. |
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Rohrkeller der Aufbereitungsanlage Hain

Jedes Filterbecken ist einzeln an die Rohwasser-, Reinwasser-, Spülwasser-, Spülluft- und Schlammwasser- Ableitungen angeschlossen (Farbunterschiede der Leitungen)
Es ist Aufgabe der Gemeinden durch geeignete Bau- oder Sanierungsmaßnahmen ihre Ortsnetze auf den erforderlichen Standart zu bringen und Endstränge durch Ringleitungen zurückzuschließen.
Voraussetzung einer technisch und wirtschaftlichen Sanierungsplanung sind lückenlose Bestandspläne der Ortsnetze und eine hydraulische Berechnung des Bestandes.
Diese Grundlagen, auf welche auch für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Ortsnetze nicht verzichtet werden kann, sind in den meisten Gemeinden noch nicht vorhanden. |